VORWORT zur Fortschreibung des Schulprogramms

 

 

Schulprogramm 2012

 

hier das aktuelle komplette Schulprogamm als PDF zum download

 

Die vorliegende Fassung des Schulprogramms greift die im Jahre 2000 formulierten „Leitideen zur pädagogischen Grundorientierung“, die „Schwerpunkte der pädagogischen und unterrichtlichen Arbeit“ und die „Besondere(n) Bereiche der pädagogischen und unterrichtlichen Arbeit“ auf und revidiert bzw. ergänzt diese Ausführungen vor dem Hintergrund der Veränderungen und Entwicklungsprozesse in unserer Schule seit dem Beginn der Schulprogrammarbeit.

Um eine größtmögliche Beteiligung aller Mitglieder des Lehrerkollegiums an der Schulprogramm-Entwick­lung zu erreichen, wurde die Entwicklungsarbeit weitgehend von den ohnehin bestehenden Gremien (Schülervertretung, Elternpflegschaft, Lehrer- und Fachkonferenzen, bzw. zuständige Teilkonferenzen der Lehrerkonferenz) geleistet. Lediglich die redaktionellen Überarbeitungen und Koordinierung der von verschiedenen Gremien beigesteuerten Bausteine und Textbeiträge liegt in den Händen eines Lehrerteams, das von der Schulleitung unterstützt wird.

Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Schulprogrammentwicklung wurde in den Lehrerkonferenzen der letzten Jahre immer wieder intensiv diskutiert und der Verzicht stets wie folgt begründet:

  • Allein die Tatsache, ein Schulprogramm niederzuschreiben, verändert keine Schule. Ein Schulprogramm, nur von einer einzelnen Person oder einer kleinen Arbeitsgruppe erstellt, wird vom Kollegium im Anschluss daran nicht mehr ernsthaft diskutiert. Es befreit zwar von der Verantwortung der Aufgabe, löst aber keine Veränderung und Transparenz aus; alles wird weiterlaufen wie bisher. Viele Fragen bleiben offen, Diskussionen werden nicht geführt, was sich in der Regel negativer auswirkt als eine klare Konfrontation unterschiedlicher Standpunkte. Veränderungen in der Schule wird es erst durch den Aufbau von Einstellungen und Haltungen geben.
  • Diskussionen zu den Leitideen der Schule und zur Erreichung eines Grundkonsenses in Erziehungsfragen sind im Gesamtkollegium zuletzt bei der Ausgestaltung der neuen Schulordnung sehr intensiv geführt worden. Der konkrete Schulalltag von Schülern und Lehrern steht im Mittelpunkt der pädagogischen Fragestellungen des Schulprogramms - auch mit dem Ziel der Erweiterung der eigenen Handlungskompetenz und des Sich-Eingebunden-Wissens in einen Grundkonsens in Erziehungsfragen. Weniger die Theorie und ständig veränderte Vorgaben durch Handreichungen und Erlasse, als vielmehr die Nähe zur Praxis waren im ständigen Prozess der Schulprogrammentwicklung immer wieder Handlungsmotivation und Grundlage für die Identifikation mit dem „gelebten“ Schulprogramm. Im Vorwort aus dem Jahr 2000, das in unveränderter Form Gültigkeit hat und deshalb auch dieser weiterentwickelten Fassung des Schulprogramms vorangestellt wird, wird deutlich, dass uns die Authentizität des Schulprogramms wichtig ist und die Individualität unserer Schule durch das Schulprogramm gefördert werden soll. Diese Individualität wird u. a. verdeutlicht
    • im Angebot an Wahlpflichtfächern und Fördermaßnahmen,
    • im „erweiterten Fachraumsystem“,
    • in der intensiven Zusammenarbeit mit Betrieben bei der Berufswahlvorbereitung oder sozialen Institutionen bei der Ausgestaltung der Projekttage zur Suchtprävention und
    • nicht zuletzt im außerunterrichtlichen Angebot unserer Schule als Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler sich mit „ihrer“ Schule zu identifizieren und für „ihre“ Schule erfolgreich tätig zu werden, z.B. in sehr erfolgreichen Sportmannschaften, in der Zusammenarbeit mit der Musikschule als Vorbereitung auf die Mitwirkung in Bigband und Rockband oder in der Ausgestaltung des Schulgebäudes und des Schulgeländes mit Exponaten aus dem Kunstunterricht sowie konkreten Überlegungen zur Gesundheitserziehung vornehmlich aus dem Biologieunterricht. Ganz aktuell sei hier verwiesen auf die Übernahme des Kiosks durch eine Gruppe von Schülern, Eltern und Lehrern zu Beginn des Schuljahres 2011/12, um ein Konzept gesunder und biologischer Ernährung ganz konkret in die Praxis umzusetzen.
  • Im Prozess der Umsetzung des Schulprogramms werden einzelne Bausteine fortlaufend evaluiert und nahezu alle Bausteine jährlichen Veränderungen unterzogen. Dies zeigt sich zum Beispiel in der steten Weiterentwicklung des Erprobungsstufenkonzepts.
  • Auch ohne Evaluation und ohne schriftlich formuliertes Schulprogramm sind wir davon überzeugt, dass sich in unserer Schule immer wieder deutliche Veränderungen durch die Beschäftigung mit unseren pädagogischen Leitideen und mit den Bausteinen zu den Schwerpunkten der pädagogischen und unterrichtlichen Arbeit zeigen. Die Zusammenstellung vieler Bausteine im Schulprogramm erzeugt darüber hinaus das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung aller am Schulleben beteiligten Personen, Lehrer, Schüler und Eltern, für unsere Schule.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen sei noch ein Hinweis zum Thema „Qualitätsentwicklung, Parallelarbeiten und Lernstandserhebungen“ erlaubt: Sicher haben die Vorbereitungen auf die Lernstandserhebungen und zentralen Abschlussarbeiten, die Auseinandersetzung mit den Kernlehrplänen und die Überlegungen zu Maßnahmen individueller Förderung oder die Beurteilung der Schülerleistungen die Zusammenarbeit der Fachschaften wieder neu belebt und intensiviert. Doch auch schon bisher lag an der Städtischen Realschule Ochtrup ein hoher Stellenwert auf dem regulären Unterricht und seiner Qualität, denn er bildet das Fundamentum des Lehrens und Lernens.

Die Qualitätsentwicklung an unserer Schule erfährt durch die Veränderung der Schullandschaft im Einzugsbereich unserer Schule und durch die Beteiligung der Schule bei der Gestaltung eines Konzepts zur Gründung einer Sekundarschule in Ochtrup eine weitere Belebung. Bei der Überlegung, welche auch in der Schulöffentlichkeit anerkannten Merkmale unserer Arbeit auch das Programm einer Sekundarschule bereichern könnten, werden viele Bausteine unseres Schulprogramms reflektiert (und evaluiert).

Neben der Veröffentlichung des Schulprogramms im Internet unter der Homepage der Realschule Ochtrup www.realschuleochtrup.de soll das Schulprogramm – wie bisher – in den verschiedenen Teilaspekten allen Eltern und Schülern vermittelt werden. In regelmäßigen Elternbriefen und in immer wieder über die 6-jährige Schulzeit verstreuten Elterninformationsveranstaltungen sollen jeweils die Bausteine, die in den Jahrgangsstufen gerade relevant sind, angesprochen und von der jeweils zuständigen Lehrkraft oder der Schulleitung methodisch-didaktisch vertiefend (mit Hilfe des Gesamtkonzepts) erläutert werden.

Der Zeitraum der Fortschreibung des Schulprogramms war auch bestimmt durch die Sanierung des Schulgebäudes und der Sporthalle bei laufendem Unterrichtsbetrieb mit all den Beeinträchtigungen, die das Leben und Arbeiten in der Baustelle mit sich gebracht haben. Aus diesem Grund mussten Programmpunkte („Erweitertes Fachraumsystem“, „Schulhofgestaltung“), aber auch die Zusammenarbeit mit unserer niederländischen Partnerschule – hier aus Gründen langfristiger Erkrankungen auf beiden Seiten – für einige Zeit ausgesetzt werden. Die Wiederaufnahme der Arbeit am Schulgelände zur Umsetzung einer naturnahen und kinderfreundlichen Gestaltung machen Mut, dass diese und sicher auch andere Entwicklungsvorhaben aus zurückliegenden Jahren wieder mit neuem Leben erfüllt werden.

Doch gerade die Erfahrungen der letzten Jahre machen auch deutlich, dass die Verwirklichung des nachfolgend vorgestellten Programms stets auch abhängig ist von personellen und materiellen Ressourcen, die unserer Schule von Schulaufsicht und Schulträger zur Verfügung gestellt werden. In diesem Sinne wird das Programm auch weiterhin einen steten Wandel erfahren. Hierbei wird sich die Schule davon leiten lassen, für Neues offen zu sein und Bewährtes weiterzugeben und zu bewahren.

Ochtrup im Mai 2012

 

Manfred Wielens

- Schulleiter -                   

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